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Wendlingen

Ein guter Trost

26.07.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Kirchliche Ortsverwaltung hat ihre Entscheidung gefällt. Anstelle der Johanneskirche im Stadtteil Unterboihin-gen soll das künftige Gemeindezentrum gemeinsam mit einem noch zu fin- denden Kooperationspartner gebaut werden. Die Johanneskirche muss diesem Neubauprojekt weichen.

Die gefallene Entscheidung ist mutig. Der Beschluss wurde getroffen vor dem Hintergrund, dass der Landeskirche die finanziellen Mittel fehlen, alle bestehenden Kirchen für die Zukunft zu erhalten. Die Verantwortlichen der Kirchengemeinde in Wendlingen haben sich den ökonomischen Zwängen gestellt.

Sie mussten dies tun, wohl wissend, dass Menschen diese Entscheidung aus vielerlei Gründen nicht mittragen können. Alle Appelle, diesen Beschluss jetzt gemeinsam zu tragen, dürfen das Verständnis für diejenigen, die mit dem Kirchengebäude emotional tief verbunden sind, nicht schmälern. In 112 Jahren – so lange existierte die Evangelische Kirchengemeinde Unterboihingen – haben die Mitglieder schon einmal eine Kirche verloren. 1969 wurde die Otto-Kirche abgebrochen, weil das Geld für die Generalsanierung fehlte. Sind da Parallelen zu heute erkennbar?

In einem ist der Unterschied gravierend: der Standort der Johanneskirche bleibt das Zentrum der Kirchengemeinde. Bei allem Wehmut über den Verlust des Gotteshauses ein guter Trost.

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