Wendlingen

„Ein existenziell wichtiges Projekt“ ist nun auch finanziell abgesichert

06.06.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wäre es bei der Kleinen Wendlinger Kurve geblieben, der Zugverkehr aus dem Raum Reutlingen und Tübingen hätte sich verschlechtert, denn mitunter wären die Züge hier im Stau gestanden – wenn beispielsweise ein ICE auf der Neubaustrecke angerauscht wäre. Doch die Deutsche Bahn war sich sicher: Die Kapazität reicht aus. „Mir ließ das keine Ruhe, anderen auch nicht“, sagte Minister Winfried Hermann (Bildmitte), der gestern auf der Wendlinger Baustelle der ICE-Trasse gemeinsam mit den Landräten der Region Neckar-Alb, Thomas Reumann (Reutlingen/rechts), Joachim Walter (Tübingen/zweiter von rechts) und Günther-Martin Pauli (Zollernalbkreis/zweiter von links) eine Absichtserklärung zur Finanzierung der Großen Wendlinger Kurve unterzeichnete. Hermann kämpfte dafür, dass der drohende Engpass vermieden wird. Mit Erfolg. Eine falsche Entscheidung sei nochmal korrigiert worden, so der Minister, der sich beim Geschäftsführer der Projektgesellschaft Stuttgart-Ulm (PSU), Manfred Leger (im Bild links) dafür bedankte, dies ermöglicht zu haben. Dass die Landräte ein Projekt mittrügen, das gar nicht in ihrem Landkreis gebaut wird, fand Hermann großartig. Landrat Reumann, der stellvertretend für seine Kollegen sprach, nannte den Bau der Großen Kurve ein existentiell wichtiges Projekt, das die Kapazitäten erweitere und die Flexibilität künftiger Fahrpläne erhöhe. Reumann freut sich, dass das verkehrspolitische Ziel des Landes auf der Linie Stuttgart-Flughafen-Nürtingen- Tübingen auch einen neuen Halt in Metzingen vorsieht. PSU-Geschäftsführer Manfred Leger begrüßte den zweigleisigen Ausbau ebenfalls. „Wen sollte es mehr freuen, als die Deutsche Bahn, wenn mehr Verkehr auf die Schiene kommt“, sagte er und lobte das gute Miteinander von Bahn und Land, ohne das dieses Projekt nicht so schnell auf den Weg gebracht worden wäre. Die Finanzierung der Großen Wendlinger Kurve sieht eine Beteiligung des Bundes von 55 Millionen Euro vor. Das Land übernimmt 22,5 Millionen Euro und die Regionen Stuttgart und Neckar-Alb sind mit je 11,5 Millionen Euro im Boot. Einen Kostendeckel für die Regionen gibt es auch, er liegt bei 12,5 Millionen Euro. Insgesamt rechnet man mit Kosten von 100 Millionen Euro. Die Projektgesellschaft Stuttgart-Ulm übernimmt vom Land den Auftrag, die Große Wendlinger Kurve zu realisieren. sg/Foto: Neumann

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