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Wendlingen

Der Trauer wird ein neuer Raum gegeben

10.09.2018 00:00, Von Katja Eisenhardt — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Auf dem Köngener Friedhof entsteht ein Gedenkort für die Familien von Sternenkindern

„Es ist ein hoch emotionales Thema“, sagt Bürgermeister Otto Ruppaner. Auf dem Köngener Friedhof, nordöstlich vom Urnengarten, wird bis zur Einweihung am 28. Oktober eine Gedenkstätte für Familien von Sternenkindern entstehen. Jenen Kindern, die ihren Weg ins Leben nicht antreten konnten, die im Mutterleib oder kurz nach ihrer Geburt verstorben sind.

Bildhauer Joachim Kreutz (links) mit dem Modell der Hand-Skulptur und Bürgermeister Otto Ruppaner mit dem Geschenk „Wertschätzung“, einem Bruch des für die Skulptur zu bearbeitenden Steins.  Foto: Eisenhardt
Bildhauer Joachim Kreutz (links) mit dem Modell der Hand-Skulptur und Bürgermeister Otto Ruppaner mit dem Geschenk „Wertschätzung“, einem Bruch des für die Skulptur zu bearbeitenden Steins. Foto: Eisenhardt

KÖNGEN. Ein Ort zum Innehalten, an dem geweint und gelacht werden darf. „Dort finden keine Bestattungen statt, es ist eine Trauerstätte“, erklärt Ruppaner. „Es sollen alle angesprochen werden, die diese schwere Erfahrung verarbeiten wollen. Eltern, Angehörige, Freunde“, ergänzt Gerhard Gorzellik, Fraktionsvorsitzender SPD/Grüne und Mitglied im Vorstand der Gerhard und Christa Maier-Stiftung. Früher sei diesem Thema kein Raum gegeben worden, umso schöner sei es, dass dies nun möglich ist, betonte die evangelische Pfarrerin Ursula Ullmann-Rau. „Es ist ein großer Schmerz, der für die Familien ein Leben lang dazugehören wird. Es ist wichtig, dass es dafür Orte gibt.“ Der Frankfurter Bildhauer Joachim Kreutz, der in der Arbeit mit trauernden Eltern erfahren ist, arbeitet derzeit in Kooperation mit der Stadt Köngen, finanziert durch die Gerhard und Christa Maier-Stiftung, an einer Skulptur in Form einer Hand aus hessischem grünem Diabas-Stein – einem im Vergleich zu Marmor sehr polierfähigen Stein. In ihrer Vollendung wird diese Hand einen bronzenen Oolith halten: „Er ist ein Handschmeichler, eine Art Seelenform, die diese Hand hält“, erklärt der Künstler. Ganz glatt und leicht schmiegt dieser sich in seiner angenehmen Form in die Hand.


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