Wendlingen

Der klimaneutrale Dienstwagen des Regierungspräsidenten kommt aus der Region

19.03.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ministerpräsident, Verkehrsminister und jetzt auch der Regierungspräsident fahren ihn: einen brennstoffzellen- und batteriebetriebenen Dienstwagen. Gestern übergab Frank Deiß, Leiter Produktion Powertrain Mercedes-Benz Cars und Standortverantwortlicher des Werks Untertürkheim, den Schlüssel für den Mercedes GLC F-Cell an den Präsidenten des Regierungsbezirks Stuttgart (RP), Wolfgang Reimer, und zwar an der Shell-Tankstelle in Wendlingen. Sie ist eine von drei weiteren Tankstellen in der Region Stuttgart, an der neben den herkömmlichen Verbrennungsstoffen auch Wasserstoff nachgetankt werden kann. Reimer: „Wir reden nicht nur über schadstoffarme Mobilität, sondern wir leisten auch einen Beitrag dazu.“ Die flächendeckende Versorgung mit Tankstellen für alternative Antriebe ist allerdings noch eine Herausforderung: Mittlerweile gibt es deutschlandweit 62 Wasserstoff-Tankstellen, davon sind zwölf in Baden-Württemberg, deutschlandweit sind bis 2023 laut Thomas Bystry, Leiter der Shell-Wasserstoffprojekte, 400 Tankstellen geplant. Auch Andreas Schwarz, Vorsitzender der Grünen-Landtagsfraktion, sieht die Zukunft der Mobilität emissionsfrei, digital und vernetzt. Wichtige Zukunftsfelder sind deshalb für die Grünen: der Klimaschutz, alternative Antriebe, innovative Nutzungskonzepte sowie eine vernetzte ressourcenschonende Mobilität. Entwickelt und produziert wird die Brennstoffzellen-Technologie in Nabern und Untertürkheim. Mercedes forscht hier bereits seit Langem. Frank Deiß sieht die Brennstoffzelle besonders im Langstrecken- und Nutzfahrzeugbereich wie bei Lastwagen, Bussen und Taxen. Es gehe dabei nicht um das Entweder und um das Oder, sondern um die Anwendungsbereiche mit ihren Anforderungen. Mit dem 4,4 Kilogramm fassenden Wasserstofftank (ein Kilo kostet 9,50 Euro) schafft der GLC FCell etwa 430 Kilometer, im Hybridmodus mit stromgeladener Batterie kommt er noch einmal bis zu 51 Kilometer weit. Mit dem Spagat zwischen Kurz- und Langstrecke sieht sich ebenso Bürgermeister Weigel konfrontiert, wenn es um den Fuhrpark der Stadt Wendlingen geht, mit einem gas- und elektrobetriebenen Fahrzeug. Allerdings sind diese unschlagbar beim Lärm: Eindeutig ein wichtiger Standortvorteil. gki/Foto: Kiedaisch

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