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Biker-Protest: Auch von Wernau machten sich Motorradfahrer auf den Weg nach Stuttgart

07.07.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Foto: Hauenschild
Foto: Hauenschild

Etwa 10 000 Motorradfahrer demonstrierten am Sonntag in der Region gegen Fahrverbote. Hintergrund dieser Demo: Der Bundesrat hatte Mitte Mai die Bundesregierung aufgefordert, sich bei der EU-Kommission für strengere Lärmemissionswerte für die Genehmigung und Zulassung neuer Motorräder einzusetzen. Auch die Strafen für Manipulationen am Auspuff, Luftfilter sowie bei sonstigen Eingriffen, die eine erhebliche Steigerung der Lärmemissionen zur Folge haben, sollen deutlich verschärft werden. Auch die individuell vom Fahrer einstellbare Soundkulissen („Sound-Design“) waren den Mitgliedern des Bundesrats ein Dorn im Auge. Was die Biker aber besonders auf die Palme brachte, war die Forderung, für besondere Konfliktfälle Geschwindigkeitsbeschränkungen und zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen aus Gründen des Lärmschutzes zu ermöglichen. Genug, dachten sich die Biker und organisierten eine Sternfahrt nach Stuttgart. Auch aus Wernau und Plochingen (Foto) starteten rund 800 Motorräder und Trikes über die Bundesstrasse 10 auf, um gegen Fahrverbote von Motorrädern zu demonstrieren. Eine Bikerin erklärt ihren Unmut und warum sie und so viele weitere Biker sich an den Protesten beteiligten: "Weil ich es liebe Motorrad zu fahren, dem Alltag zu entfliehen, es gehört zu meinem Leben. Wir zahlen Steuern, wie andere auch. Wir können fast nur im Sommer fahren. Jeder von uns arbeitet, sonst könnten wir uns das Hobby nicht leisten, wann sollen wir sonst fahren? Es ist ein Lebensgefühl, das ich mir nicht verbieten lassen möchte". Außerdem, so gibt die Motorradfahrerin zu bedenken, hängt damit noch mehr zusammen: „Wir brauchen Werkstätten, wir brauchen Verkäufer, wir brauchen Sprit. Und wir kehren ein und achten nicht auf jeden Cent, denn das gehört zum Wochenende dazu. Soll das alles aufhören?“. Für sie gehöre ihre „Omma“ zur Familie. Die Biker wurden erhört. Denn Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer kündigte bereits an, dass er keinerlei die Intention habe, die Forderungen des Bundesrats zu erfüllen. „Ich will keine weiteren Verbote und Verschärfungen für Motorradfahrer“, sagte er. sg/rh

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