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Mit dem Fahrrad statt dem Elterntaxi zur Schule

26.05.2020, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Radfahrerverband rät dazu, Schüler auf dem Drahtesel loszuschicken – Geplante Radwege zügig umsetzen

(pm). Rund um Wendlingen läuft der Schulbetrieb nach dem Corona-Lockdown wieder an – und stellt Eltern wie Schüler bei der Frage nach dem Schulweg vor Herausforderungen. Die geltenden Abstandsregeln sind in überfüllten Bussen und Bahnen nur schwer umzusetzen. Deswegen empfiehlt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), mit dem Fahrrad zu fahren – doch dafür braucht es sichere Wege.

Schulbusse und Bahnen sind das Nadelöhr, wenn die Bildungseinrichtungen nach und nach wieder öffnen. Rund 45 Prozent der Schüler nutzen den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), doch wegen der weiterhin geltenden Abstandsregeln können Busse nicht so viele Fahrgäste mitnehmen wie bisher. Viele Eltern sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder und fahren sie deshalb selbst mit dem Auto zur Schule. Davon rät der ADFC Kreisverband Esslingen ab und empfiehlt stattdessen, auf das Fahrrad umzusteigen, was auch Busse und Bahnen entlastet. Der Weg zur Schule könne meist leicht mit dem Rad zurückgelegt werden – was fehlt, ist laut ADFC eine entsprechende Radinfrastruktur. Unübersichtliche Kreuzungen, schmale oder fehlende Radwege und lange Wartezeiten an der Ampel machen Schulwege oft zum Spießrutenlauf.

„Wir brauchen fahrradfreundliche Schulwege dringender denn je!“, so der Kreisvorsitzende des ADFC, Mathias Rady. Der ADFC appelliert daher an das Land und die Kommunen, jetzt zu handeln. Mit dem erhöhten Landes-Etat für den Radverkehr seien gute Rahmenbedingungen vorhanden, um den Ausbau einer sicheren Radverkehrsinfrastruktur zügig vorantreiben. Ausschlaggebend sind aber auch landesweite Vorgaben zur schnellen, rechtssicheren Einrichtung coronasicherer Rad- und Gehwege – wie es in einem offenen Brief an den Verkehrsminister bereits gefordert wurde. Ein Handlungsleitfaden und pragmatische Lösungen sind jetzt gefragt. Sie unterstützen Kommunalverwaltungen bei der provisorischen Umgestaltung von Straßen und räumen eventuelle rechtliche Bedenken aus.

„Kommunen können jetzt konkrete Maßnahmen provisorisch gut umsetzen“, sagt Mathias Rady. Dazu zählen etwa geschützte Radstreifen und Fahrradstraßen. Sie eignen sich auch, um den Radverkehr vom Fußweg zu nehmen: So entsteht mehr Platz und gleichzeitig können die Abstandsregeln besser eingehalten werden. Für mehr Sicherheit sorgen auch temporär verkehrsberuhigte Straßen und Geschwindigkeitsreduktionen auf Tempo 30. Wenn Grünphasen für den nicht-motorisierten Verkehr verlängert werden, geraten Kinder auf dem Fahrrad an Kreuzungen weniger in Stress und fühlen sich sicherer. Aber auch bereits geplante Radwege sollten nun zügig umgesetzt werden.

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