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Eine-Welt-Gruppe spendet Steuer

13.02.2021, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

NÜRTINGEN (pm). Die Eine-Welt-Gruppe Nürtingen unterstützt Produzenten-Projekte in Ghana, auf den Philippinen und am Amazonas. Am 1. Juli hatte die Bundesregierung eine Senkung der Mehrwertsteuer bis Ende 2020 beschlossen. Für den Nürtinger Weltladen wäre es sehr aufwändig gewesen, alle Artikel neu auszupreisen. Mit breiter Zustimmung der vorab informierten Kunden wurden die alten Preise belassen. Es knüpfte sich das Versprechen daran, dass der Verein in Höhe der Mehreinnahme von 4100 Euro, die der Laden generiert hat, zu gleichen Teilen an drei ausgesuchte Projekte spendet.

Zu den begünstigten Projekten gehört die Fraueninitiative „Global Mamas“ in Ghana, die zurzeit die neue Fair-Trade-Zone in Ghana aufbaut. Das Zentrum soll CO2-neutral gebaut werden und kann Pilotprojekt für ganz West-Afrika werden. „Global Mamas“ wird dort eine Näh- und Batikwerkstätte einrichten.

Ein weiterer Teil der Spende geht an den Amazonas-Hilfsfonds des Regenwald-Instituts. Regenwälder schützen bedeutet den unfassbaren Reichtum von Pflanzen und Tieren, der zu einem Großteil noch unbekannt und unerforscht ist, zu bewahren. Das Regenwald-Institut setzt sich mit einer Vielzahl von innovativen, wissenschaftlich fundierten Projekten und Veranstaltungen für den Erhalt der Regenwälder am Amazonas ein. Es konnten nach zehnjährigem Spendensammeln zwölf Quadratkilometer unberührter Regenwald am Rio Madeira gekauft werden. Die lokale Bevölkerung schützt das Gebiet zudem durch nachhaltige Nutzung. Dabei ist es unabdingbar, dass die Menschen im Wald, als Sammler, Gummizapfer und Handwerker vom Wald leben können, nur so werden sie bleiben und ihren Lebensraum schützen. Durch Corona wurde die wirtschaftliche Situation der Sammler und Produzenten am Amazonas zunehmend prekärer, da das vormals sichere Einkommen aus der nachhaltigen Waldnutzung weggebrochen ist.

Der dritte Teil der Spende geht an die PREDA-Stiftung (Peoples Recovery, Empowerment and Development Assistance) auf den Philippinen. PREDA wurde 1974 von dem irischen Priester und Menschenrechtspreisträger Pater Shay Cullen gegründet. Der Sitz der Stiftung, am Rand der Hafenstadt Olongapo auf der Hauptinsel Luzon, ist bis heute Anlaufstelle und Therapiezentrum für sexuell missbrauchte sowie ehemalig inhaftierte Kinder. Neben Therapie, Sozialarbeit, juristischer Verfolgung der Täter, Vorbereitung von Gesetzesinitiativen sowie Bildungs- und Bewusstseinsarbeit spielt der Faire Handel mit Mangos eine maßgebende Rolle, um Kinderprostitution als Folge extremer Armut zu unterbinden.

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