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Depressionen: Ältere Frauen trifft es häufig

30.12.2020, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(pm) Während der dunklen Wintermonate nehmen bei manchen Menschen auch die dunklen Gedanken zu. Selbstzweifel und pessimistisches Denken oder auch lebensverneinende Gedanken lassen den Alltag zur Qual werden. Gerade jetzt, während des harten Corona-Lockdowns, verschärft sich die Situation vor allem bei älteren Menschen. Eine Depression kann die Folge sein. „Besonders gefährdet, an einer Depression im Alter zu erkranken, sind Frauen sowie Menschen ohne vertrauensvolle persönliche Beziehungen und Bewohner in Pflegeheimen,“ weiß Dr. Alexandra Isaksson, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie bei der AOK Baden-Württemberg. „Depressionen sind die häufigste psychische Störung im Alter und gehen noch stärker als in jüngeren Altersgruppen mit einem erhöhten Suizidrisiko einher.“

Laut einer Statistik der AOK ist die Zahl der an Altersdepression erkrankten Versicherten in den vergangenen fünf Jahren um 2,3 Prozent gestiegen. In ganz Baden-Württemberg zählte die AOK bei den über 70-Jährigen rund 146 000 behandelte Fälle. Im Landkreis Esslingen mussten im vergangenen Jahr rund 8120 (2018: 7940) Senioren wegen einer Depression ärztlich behandelt werden. Dabei fällt auf, dass Frauen doppelt so häufig von Altersdepression betroffen sind als Männer.

Im Falle eines Verdachts auf eine depressive Störung rät die AOK-Fachärztin, umgehend den Hausarzt oder einen Facharzt für Psychiatrie, Psychosomatische Medizin oder einen Nervenarzt aufzusuchen. „Aber auch die Betroffenen selbst können etwas dafür tun, um einer depressiven Symptomatik entgegenzuwirken“, so Isaksson weiter. „Insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie ist es wichtig, eine geregelte Tagesstruktur beizubehalten beziehungsweise aufzubauen und in Bewegung zu bleiben.“ Das Wichtigste sei, nicht allein in der aussichtslos erscheinenden Situation zu bleiben, sondern sich einer anderen Person anzuvertrauen. Bei Fragen: Info-Telefon Depression der Deutschen Depressionshilfe unter (0800) 3 34 45 33; für Ratsuchende die Telefonseelsorge unter (0800) 1 11 01 11 oder (0800) 1 11 02 22.

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