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Im Nachhinein

24.07.2021, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein Zeitungsinserat versprach neulich: „100 Prozent Adrenalin, 0 Prozent CO2“. Und: „Steig um auf das nachhaltigste Fortbewegungsmittel der Welt!“ Preisfrage: Welche Fortbewegungsmittel sind gemeint? Nein, Fahrräder sind’s nicht. Gemeint sind Pedelecs, auch E-Bikes genannt. Dem Schreiber dieser Zeilen kommt das seltsam vor. Dachte er doch, dass mit reinem Muskelschmalz betriebene Drahtesel nachhaltiger wären als ihre Zweirad-Verwandten mit Hilfsmotor. So kann man sich irren . . .

Nicht ohne Grund spricht der Zweiradhändler neuerdings vom „Bio-Bike“, wenn er ein klassisches Fahrrad meint. „Bio-Bike“, das klingt nach Hollandrad mit rückenschonendem Hochlenker, bei dem die Reifen aus fair gehandeltem Kautschuk gefertigt sind. Ausdauersportler kann man mit einem „Bio-Bike“ also wohl kaum hinterm Ofen hervorlocken. Wie wär’s stattdessen mit Sweat-Bike? Oder noch besser: Muscle-Bike? Her damit, nehm ich!

Minister, auch ehemalige, kommen gern zum Plausch in unsere Redaktion. Neulich war es Franz Untersteller, der vormalige Landesumweltminister, dem es als Nürtinger ein Anliegen ist, auf die Hochwassergefahren aufmerksam zu machen, die der Hölderlinstadt durch derzeit sich häufende Wetterkapriolen dräuen. Wertvoller Rat aus Expertenmund.

Dass sich Untersteller nicht nur mit Wasser auskennt, sondern auch mit anderen Flüssigkeiten, stellt er neuerdings im „WeinLetter“ des Journalisten und Weinkenners Thilo Knott unter Beweis. Dort hat er kürzlich verraten, welches der Rotwein-Favorit des mit ihm befreundeten Ministerpräsidenten Kretschmann ist. Der sicher sehr gute Tropfen – bei einem Preis von 17 Euro pro Bouteille darf man das voraussetzen – kommt aus dem Staatsweingut Weinsberg, ist ein Verschnitt (vornehmer: Cuvee) und trägt den vielversprechenden Namen „Traumzeit“. Das lässt vermuten, dass der edle Stoff dem genussvoll Schlürfenden traumhaften Trinkgenuss beschert. Nicht ausgeschlossen, dass nach dem Leeren mehrerer Gläser angenehme Träume zu erwarten sind.

Auch in der Nachbarschaft wurde der Weinliebhaber Untersteller fündig: beim Weingut Dolde in Linsenhofen, bekannt für vorzügliche Weißweine. Dessen Silvaner Alte Reben hat es Untersteller besonders angetan. In seinem WeinLetter-Beitrag stellt er das Weingut, die Menschen dahinter und die Philosophie des Winzers vor. Was die Aromatik besagten Silvaners angeht, verkneift sich Untersteller blumige Beschreibungen wie „in der Nase grüner Apfel mit einem Anklang an Zitronenmelisse, am Gaumen leicht pfeffrig, mit Noten von gerösteter Schokolade und antikem Ledersattel, im Abgang weich, langer Nachklang“ – oder so ähnlich. Nein, der Minister a. D. bringt es umso überzeugender auf den Punkt, wenn er schreibt: „auf der abendlichen Terrasse für mich Genuss pur“, „ein faszinierendes Geschmackserlebnis“. Recht so.

Ein schönes Wochenende wünscht

Volker Haußmann

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