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Zeitzeugin berichtet im Gymnasium vom Frauengefängnis der DDR

08.06.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Anlässlich der Ausstellung über Zwangsarbeit in der DDR im Foyer des Gymnasiums Neckartenzlingen berichtete Konstanze Helber aus Rottenburg den Schülerinnen und Schülern der zwölften Klassen ihre Geschichte. Bei ihrem ersten Auslandsaufenthalt hatte sie einen Touristen aus Baden-Württemberg kennengelernt – ihren heutigen Mann. Nachdem zwei Ausreiseanträge abgelehnt worden waren, plante sie ihre Flucht. Das Vorhaben scheiterte. Im Kofferraum des Fluchtautos wurde sie im Januar 1977 entdeckt und verhaftet. Verurteilt zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten wegen „versuchten illegalen Grenzübertritts“, verbrachte sie fast zwei Jahre im Frauengefängnis Hoheneck in Sachsen. Anschaulich erzählte Helber von den unmenschlichen Lebensbedingungen im Frauenzuchthaus. Im April 1979 gelangte sie im Rahmen des Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik. Ergänzend zeigte sie ein emotional mitreißendes Kurzvideo, in dem ehemalige Häftlinge von ihren Erlebnissen berichten. Viele nutzten die Gelegenheit, Fragen an die Zeitzeugin zu stellen. pm

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