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Verhältnismäßigkeit

26.07.2006 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Es ist eine Ehrensache, dass man in Schwierigkeiten befindliche Kameraden herausholt. Das sind aber immer örtlich begrenzte Aktionen. Doch was Israel im Augenblick wegen zwei entführten Soldaten bietet, hat mit der Befreiung der beiden nichts mehr zu tun. Im Gegenteil, mit der groß angelegten Vergeltungsaktion sind diese Geiseln aufs Höchste gefährdet. Für die gezielten, streng lokalisierten Abwehrreaktionen hatte die ganze Welt noch Verständnis, aber das jetzt trotz aller Warnungen im Libanon entfesselte Inferno kann leicht zum Flächenbrand werden. Nach jüdischer Lesart soll die bewaffnete Hisbollah im Nordlibanon zerschlagen werden, doch das jetzige Vorgehen zeugt eher von Ratlosigkeit und Ohnmacht.

Die Drahtzieher sitzen nicht dort, sondern in sicherer Entfernung in Syrien und im Iran. Die abgeschossenen Raketen sowie die Gelder in Millionenhöhe stammen aus diesen Staaten. Wenn der iranische Präsident Ahmadinedschad den jüdischen Staat von der Landkarte tilgen will, weiß man, wo der Hauptfeind zu suchen ist. Die laufende Militäraktion trifft die Falschen. Mit der Zerschlagung der Infrastruktur des Libanon werden viele unschuldige Zivilisten betroffen, ganz abgesehen von denen, die durch die Angriffe getötet oder verwundet werden.


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