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Über Griechenland

23.04.2013 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

ESSLINGEN (pm). Die Bundestagsabgeordnete der Linken Annette Groth sprach unlängst im Esslinger Gewerkschaftshaus auf Einladung des Esslinger Linken-Kreisverbands über ihre jüngste Reise nach Griechenland. Die Auswirkungen der Sparauflagen der Troika aus EZB, EU-Kommission und IWF waren für sie deutlich zu spüren. Seit Ende 2012 sei die Arbeitslosigkeit auf 26,4 Prozent angewachsen, bei Jugendlichen sogar auf 58,4 Prozent. Mit dem restriktiven Sparkurs würde kein Beitrag zur Überwindung der wirtschaftlichen und finanziellen Probleme geleistet. Im Gegenteil: die Kürzungen der öffentlichen Mittel erhöhten die Staatschuldenquote und schwächten die Wirtschaft. Aufgrund der geografischen Lage an einer EU-Außengrenze habe das Land dazu noch etwa eine Million Flüchtlinge aus den Krisengebieten Asiens, des Orients und Afrikas zu versorgen. Das sei wegen der Einsparungen beinahe unmöglich. Die Einwanderer würden wie Verbrecher in heruntergekommenen Kasernen und Gefängnissen unter menschenunwürdigen Umständen eingesperrt. Die Grenzen würden für viel Geld gesichert. Deutschland müsse Griechenland anbieten, ein größeres Kontingent an Flüchtlingen aufzunehmen. Diese Politik zur Sicherung von Grenzen anstatt der Sicherung der Menschenwürde arbeitet den griechischen Neonazis in die Hände. Aus dem Hörerkreis wurde darauf hingewiesen, dass sich in Europa eine gefährliche Ost-West-„Naziachse“ entwickelt habe und zwar aus griechischen Neonazis, rumänischen, bulgarischen und kroatischen Ultranationalisten sowie der ungarischen Fidesz-Partei.

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