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Todsünden oder Hauptlaster

24.02.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Im Mittelalter wurde aus diesem Katalog und Cassians Liste der von Gregor als Gegensatz zu den Tugenden definierte und nun wesentlich präzisere Katalog der sieben Hauptsünden, aus denen die Todsünden entstehen können, die aber landläufig selber Todsünden genannt wurden (siehe auch Hieronymus Boschs gleichnamige Bildallegorien): Stolz, Habsucht, Neid, Zorn, Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Trägheit oder Überdruss.

Die Todsünde ist nach katholischer Lehre etwas anderes als die von den Fastenpredigern ins Visier genommenen Untugenden. (Die protestantische Lehre lehnt eine Systematik des Bösen samt Strafkatalog eher ab.)

Danach begeht eine Todsünde, wer sich mit Absicht, das heißt mit Wissen und Willen zu etwas entscheidet, das dem göttlichen Gesetz und dem letzten Willen widerspricht. Falls die Todsünde nicht bereut wird, zieht sie den ewigen Tod nach sich. Das trifft eher den Kapitalsünder als den Zornickel oder den Geizkragen.

Der Rest hinter den Todsünden heißt dann auch offiziell lässliche Sünden. Deswegen kamen früher beim Beichten zuerst die dicken Kaliber dran.

Man war immer erleichtert, wenn man endlich bei den unproblematischen Hauptsünden angelangt war.

Ihr Buben seid halt so Hauptsünder, hat der Stadtpfarrer augenzwinkernd und uns in die Backen zwickend gemeint.


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