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"System belastet die Familien"

24.08.2006 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Vortrag vor Katholischem Bildungswerk und Sachausschuss

ESSLINGEN (k). Die Notwendigkeit einer familienpolitischen Wende war Thema einer Veranstaltung des Katholischen Bildungswerkes und des Sachausschusses des Dekanats Esslingen-Nürtingen im Gemeindehaus St. Albertus Magnus in Esslingen. Sozialrichter Jürgen Borchert aus Darmstadt, dessen Engagement 1992 zum Trümmerfrauenurteil des Bundesverfassungsgerichtes beitrug, erläuterte ausführlich, dass das staatliche System, Wirtschaft und Politik blind für Kinder seien und deshalb trotz anders lautender Beteuerungen gerade die Familien belasteten.

Kein anderes Land habe die soziale Sicherung so eng an das Arbeitsverhältnis gekoppelt wie Deutschland. Singles und Eltern mit mehreren Kindern müssten gleich hohe Sozialabgaben zahlen, erklärte Borchert. So werden Familien systematisch in die Verarmung getrieben, wenn Sozialabgaben und Verbrauchssteuern stiegen, denn Familien hätten durch die größere Personenzahl einen höheren Konsum. Das werde nicht durch den Familienlastenausgleich weltweit einer der miesesten aufgefangen. Ein Durchschnittsverdiener mit zwei Kindern erreiche nicht einmal das Existenzminimum, weil Familienarbeit volkswirtschaftlich gesehen nicht zähle und nicht honoriert werde. So lebten paradoxerweise die wenigen Kinder immer öfter in Armut.


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