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Nürtinger Richter seit vorgestern in Haft

03.03.2007 00:00, Von Jürgen Gerrmann — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ermittlungen wegen Rechtsbeugung zum Nachteil betreuter Menschen Staatsanwalt sieht Fluchtgefahr

NÜRTINGEN. Entsetzen am Nürtinger Amtsgericht: Am Donnerstag musste Haftbefehl gegen einen eigenen Kollegen erlassen werden. Wir sind alle völlig platt, bekannte Pressesprecherin Ingeborg Fortunat namens der Richterschar und wohl des gesamten Amtsgerichts-Teams. Ein Richter im Gefängnis: Auch aus ihrer Sicht dürfte es sich dabei um einen bundesweit einmaligen Fall handeln.

Im Dezember war gegen den am Nürtinger Amtsgericht für Zivil-, Unterbringungs- und Betreuungssachen zuständigen Richter ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden.

Der staatsanwaltschaftliche Stein war damals wegen offenkundig fingierten Protokollen ins Rollen gekommen, durch die der Richter habe vorgaukeln wollen, dass er sich vom Zustand von alten Menschen, gegen die freiheitsentziehende Maßnahmen verhängt werden sollten, persönlich überzeugt habe. Eine dieser angeblich angehörten Personen war indes schon tot, als das Protokoll noch ein Gespräch verzeichnete.

nMehr als 50 neue Verdachtsfälle

Damals war man noch von insgesamt fünf Fällen ausgegangen. Als die Staatsanwaltschaft die Betreuungsakten der Jahre 2004 bis 2006 näher unter die Lupe nahm, ergaben sich indes noch eine Vielzahl weiterer Fälle (so Staatsanwältin Bettina Vetter in einer Pressemitteilung), in denen die Ermittler ebenfalls eine Rechtsbeugung vermuten.


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