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Most gegen Schokolade

21.03.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Manfred Gugel, NT-Oberensingen. Zum Artikel „Abbau von Strommasten“ vom 23. Februar. In der Nürtinger Zeitung konnte man neulich lesen, dass ab 1. März die 200-kV-Leitung im Bereich von Zizishausen, Oberensingen und Neckarhausen abgebaut würde. Diese Starkstromleitung wurde im Jahre 1941 erbaut. Einer dieser Masten wurde ganz in der Nähe meines Elternhauses errichtet. Für uns Jungen waren diese Baustellen damals ein Anziehungspunkt. Viele Stunden verbrachten wir dort bei dem Arbeitsteam, das sich aus einem deutschen Bewachungssoldaten, einem Kapo und einer Handvoll französischer Kriegsgefangener zusammensetzte. Man kam sich bald näher und es entwickelten sich lukrative Tauschgeschäfte, von denen beide Seiten profitierten. Über dem offenen Feuer in einer Bratpfanne brutzelten die Schenkel von den Fröschen, nach denen wir Buben gemeinsam suchten. Damals wurde auch noch fast in jedem Haus gemostet. Abwechslungsweise brachten wir unseren französischen Freunden zum Trinken einen Eimer Most, den wir heimlich aus den Mostfässern in Vaters Keller schläuchelten. Der Wachsoldat drückte beide Augen zu und störte unsere Hilfeleistungen nicht. Natürlich ließen wir uns diese Wohltaten von den Kriegsgefangenen versüßen und verqualmen. Sehr gut mundete uns die gute französische Schokolade, die wir für unsere Bemühungen bekamen. Die Älteren interessierten sich mehr für die starken Zigaretten, die bei ihnen oftmals großes Unwohlsein verursachten.


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