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Kostspielige Betreuung

08.07.2006 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Gaby Heinel, Nürtingen. Zum Artikel Der Landkreis stärkt die Tageselternvereine vom 4. Juli. Die Verwirklichung des Tagesausbaubetreuungsgesetzes bis zum Jahr 2010 für mindestens zehn Prozent der unter Dreijährigen eine Betreuung anzubieten wird meines Erachtens auf dem Rücken der Eltern ausgetragen. Ich finde es sehr gut, die Tageselternvereine zu unterstützen. Die Qualifizierung der Tageseltern zu verbessern. Der Landkreis stärkt laut Bericht die Vereine. Auch ich war auf deren Unterstützung angewiesen und habe sehr gute Erfahrungen gemacht. Aber demgegenüber ist es mir unverständlich, dass die Kosten der öffentlichen Einrichtungen für die Eltern wie in Nürtingen vor allem beim Kindertagheim geschehen erhöht werden und hier keine weitere Unterstützung vom Landkreis ausreicht, dies zu umgehen. Auf lange Sicht waren mir die Kosten einer Tagesmutter als Alleinerziehende nicht tragbar! Wenn das Gesetz wie es offensichtlich von den Stadträten geplant ist mit Tageseltern erfüllt wird, kann nur der arbeiten gehen, der sowieso schon genug Geld hat, also bestimmt keine Ein-Elternteilfamilie. Man muss sich ausrechnen, dass der Stundensatz einer Tagesmutter mindestens fünf Euro beträgt. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden eines Elternteils, mit An-/Abfahrt zirka 25 bis 30 Stunden Betreuungszeit pro Woche, das heißt in der Woche 125 bis 150 Euro, streng genommen mal 4,33 Wochen pro Monat sind das 541,25 bis 649,50 Euro im Monat. Nun rechne sich jeder aus, was er netto bei einer 20-Stunden-Woche verdient. Was bleibt übrig zum Leben. Lohnt sich das Arbeiten? Kann ein Erwachsener mit Kind davon leben? Dies geht doch an der praktischen Realität vorbei, zumindest für die sowieso schon auf Einkommen angewiesenen Eltern.

Somit ist das laut Bericht wohl eine gute Alternative für Land und Kommunen: Wir bekommen für einen relativ geringen finanziellen Aufwand zusätzliche Betreuungsplätze. Hier wird wohl wieder für Sanierungen eingespart. Aber wer hat die Last des finanziellen Aufwands am Ende der Fahnenstange zu tragen? Es wird auf die Eltern abgewälzt und gleichzeitig bei den öffentlichen Einrichtungen durch weniger Zuschuss und Beachtung aber mit Gebührenerhöhung gespart. Auch die freien Träger sind am Kämpfen. Wir sind weiterhin darauf angewiesen, dass es bezahlbare öffentliche Einrichtungen gibt! Auch diese müssen weiterhin unterstützt werden und bezahlbar bleiben. Das ist die Aufgabe von Land und Kommune.


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