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28.04.2007 00:00, Von Von — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Andreas

WARAUSCH

Professor Dr. Andreas Schier von der Hochschule für Technik und Umwelt Nürtingen forscht auf dem Oberboihinger Hofgut Tachenhausen nicht am Erbgut selbst. Keine geheimnisvollen Forschungen in einem hermetisch abgeriegelten Labor. Er bringt im Rahmen von Anbauversuchen bereits gentechnisch verändertes Saatgut von Mais aus, um für die Industrie zu untersuchen, wie sich der Mais verhält. Da draußen kann zumal auf lange Sicht nicht kontrolliert werden, was mit dem einmal verbreiteten Erbgut geschieht. Dass so eine Technik, die in das komplexe System des Lebens selbst eingreift, Emotionen freisetzt, ist natürlich. Aber mit Polemik, Arroganz oder gar Militanz wird nichts gewonnen. Das Zerstören von Versuchsfeldern hilft genauso wenig wie das bare Verwerfen von aufrichtig gemeinten Bedenken.

Der Ruf nach gründlicher Erforschung der Folgen muss von Wissenschaft, Politik und den Konzernen gehört werden. Argumente, pro und kontra, und Forschungsergebnisse müssen diskutiert werden. Und zwar nicht im Elfenbeinturm fachchinesisch sprechender Wissenschaftler. Sondern draußen in der Welt, in der das veränderte Genmaterial ausgestreut werden soll. In dieser Welt, die allen Menschen gehört. Die Hochschule muss die Ängste der Menschen ernst nehmen und darf sich nicht hinter eher politisch als wissenschaftlich definierten Grenzabständen zwischen Feldern mit gentechnisch veränderten und normalen Pflanzen verstecken. Sie muss offen diskutieren. Zur offenen Diskussion gehört ein offenes Ende. Das Resultat kann nicht von vorneherein von einer der Parteien definiert werden. Auch der Nutzen muss gegen die Risiken abgewogen werden. Wirtschaftliche Interessen von Konzernen dürfen nur wenig Gewicht haben.


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