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Im Namen des Volkes

08.02.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Frank Ziegler, Heilbronn, Justizvollzugsanstalt. Zum Leserbrief Lebenslang für Mohnhaupt vom 26. Januar. Sicher wurde Herrn Hoffmann als kleinem Jungen beigebracht, lebenslang heiße ein ganzes Leben lang. Aber es wurde ihm auch sicher beigebracht, das man Menschen nicht quälen soll, oder? Herr Hoffmann kann sich kein Urteil erlauben, weil er nicht weiß, was es heißt, 24 Jahre auf einer acht bis zehn Quadrameter großen Zelle eingesperrt zu sein. 24 Jahre ein und dasselbe Essen im Vier-Wochen-Takt. 24 Jahre Psychodruck, keinerlei menschliche Nähe zu spüren. 24 Jahre eine Beziehung aufrechtzuerhalten, das geht nicht, kaum mit der Außenwelt in Kontakt zu treten außer zwei Mal monatlich Besuch für eine Stunde. Wenn überhaupt jemand zu Besuch kommt, denn nach 24 Jahren hat man keine Freunde mehr, das macht niemand mit. 24 Jahre lang Anträge zu schreiben, wenn man irgendwas von der Justizvollzugsanstalt will, ob zum Arzt, telefonieren, Gesprächsgruppen et cetera. Glaubt Herr Hoffmann nicht, dass man nach 24 Jahren genug gebüßt hat? Man hat nichts und ist niemand mehr, man fängt bei null wieder an.

Es ist natürlich ein absoluter Wahnsinn unserer Justiz überhaupt, so ein Urteil auszusprechen. Jeder Richter, der ein Urteil mit lebenslang vergibt, sollte mal nur für eine Woche ins Gefängnis gehen, dann würde er sich bei jedem seiner Urteile mehr Gedanken machen. Und das im Namen des Volkes.


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