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Holzfeuer und giftiger Rauch

28.03.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Christa Baur, Nürtingen. Zum Leserbrief Stinkende Holzheizung vom 21. März. Als gleichermaßen betroffene und leidende Nürtingerin möchte ich auf einen Artikel in der Nürtinger Zeitung von April 1989 hinweisen zum Thema Schönes Feuer, giftiger Rauch. Darin heißt es: Holz galt seit Langem als idealer Brennstoff für den häuslichen Kamin. Wenn es im Kamin knistert, entstehen sogar romantische Assoziationen. Gegen die Gefühlsduseleien, die dem Holz Umweltfreundlichkeit unterstellen, hat nun das Bundesumweltamt der Schweiz in Bern Stellung bezogen. Denn: Bei der Holzverbrennung wird dreimal so viel Stickoxid freigesetzt wie zum Beispiel bei der Ölverbrennung. Auch die Messwerte von Kohlenwasserstoffen liegen wesentlich höher. Das Berner Amt stützt seine Aussagen auf eine Forschungsarbeit des Instituts für Energietechnik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Dort wurden etliche Hölzer getestet, die für die Feuerung in Frage kommen. Bei einer Kaminverbrennung bleiben etwa 15 Prozent des Holzes als Holzkohle übrig. Die bläuliche Flamme, die bekanntlich dabei entsteht, signalisiert, dass die Holzkohle zu Kohlenmonoxid zersetzt wird. Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff werden bei hohen Temperaturen vollständig verbrannt. Die Temperaturen in Hauskaminen sind jedoch wesentlich niedriger, entsprechend hoch sind die Kohlenwasserstoff-Emissionen. Sie könnte man zwar durch den Einbau von Katalysatoren vermindern, doch entstehen dabei umso mehr andere Schadstoffe: die Stickoxide. In wesentlich geringeren Mengen allerdings als bei Abgasen aus Kraftfahrzeugen, aber die Schweizer Forschungsergebnisse belegen, dass das Holz bei privater Kaminverbrennung nicht sehr umweltfreundlich ist. Günstigere Ergebnisse weisen lediglich Großfeuerungsanlagen mit Luftzufuhrreglern auf, weil dabei hohe Temperaturen bis zu 1000 Grad Celsius erreicht werden.

Der Artikel blieb damals weitgehend unbeachtet. Ich möchte Frau Göhler meinen Dank für die mutigen Leserbriefe aussprechen und ihr als Leidensgefährtin meine volle Unterstützung zusichern.

Noch eine Anmerkung: Es stimmt mich traurig, dass mein Brief an die Stadtwerke zur Thematik Kaminfeuer vom 27. November 1998 bis heute unbeantwortet geblieben ist. Nicht gerade ein Zeichen für Bürgernähe.


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