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Grenze überschritten

08.03.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dr. Valentin Schoplick, Schlaitdorf. Es gibt eine alte griechische Sage: Herkules musste im Rahmen seiner Aufgaben die Hydra, ein menschenfressendes Ungetüm mit 50 Köpfen, töten. Er schlug dem Tier die Köpfe ab, sie wuchsen aber doppelt nach, bis er auf die Idee kam, diese abzubinden. Diese Sage erinnert mich manchmal an den Kampf gegen al-Qaida, von der momentanen amerikanischen Regierung zum Weltkrieg gegen den Terrorismus hochstilisiert. Das Abbinden sind die zivilen Maßnahmen, durch die man versuchen sollte, die Wurzeln des Terrorismus trockenzulegen. Dabei spielt auch der Einsatz der Gelder eine Rolle (viel weniger fürs Militär). Unsere Truppen in Afghanistan waren in dieser Hinsicht bisher auf dem rechten Wege.

In der Hoffnung auf die Neuwahlen zum Kongress in den USA haben wir uns getäuscht. Trotz scheinheiliger Fehlerbekenntnisse behält Bush seine Kriegsführung des Jagens und Tötens bei. Wie kürzlich zum Beispiel in Somalia werden ganze Familienclans durch Bomben ausgelöscht, um wirkliche oder vermeintliche Terroristen zu beseitigen. Dadurch wachsen die Sympathien der Bevölkerung für die Fundamentalisten stark.

Wenn unsere Bundeswehr Tornados für den Kampf im Süden Afghanistans zur Verfügung stellt, überschreitet sie eine magische Grenze: Sie macht sich zum Mittäter einer von Grund auf verfehlten Kriegsführung. Es geht letztlich auch darum, dass wir unsere eigenen Interessen international verfolgen sollten.


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