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Gottes Würde

06.10.2006 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dieter Schmid, Nürtingen. Zum Artikel Gott wird weiblich vom 29. September. Das hat uns gerade noch gefehlt, eine neue, feministisch geprägte Bibelübersetzung. Anscheinend hat man immer noch nicht verstanden, dass man dem Wesen Gottes nicht dadurch auf die Spur kommen kann, dass man die Struktur von Subjekt-Prädikat-Sätzen auf die Struktur der Welt und die Metaphysik überträgt.

Im Artikel 1 des Grundgesetzes heißt es, dass die Menschenwürde unantastbar ist. Um wie vieles mehr müsste das für Gott gelten, wenn er der Schöpfer dieses herrlichen und geheimnisvollen Universums einschließlich des Menschen ist. Was jedoch tut der Mensch? Er filetiert und seziert Gott, spannt ihn vor den politischen und weltanschaulichen Karren, interpretiert nach Gutdünken in ihn hinein und aus ihm heraus. Jedes Jahr wird er erneut in die Windeln gelegt und ans Kreuz geschlagen, muss auferstehen, damit er im nächsten Jahr wiederkommen kann.

Gottes Würde wurde mit Füßen getreten. Er wurde zum menschlichen Popanz, ja sogar zur Hure gemacht, die ihre Dienste gegen Geld anbietet. Erst wenn die Gebetsmühlen verstummt sind und die heiligen Schriften eingestampft wurden, bekommt Gott seine Würde, seine unantastbare Würde, zurück. Und erst dann kann der Mensch den Kopf frei bekommen für seine eigentlichen Aufgaben auf dieser Erde.


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