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Geheimnisse

22.08.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(bwk) Klar, dass die Patienten die Tür hinter sich schließen, wenn sie das Behandlungszimmer betreten: Ärztliche Gespräche und Untersuchungen sind Vertrauenssache, selbst wenn man hin und wieder hört und liest, dass Vertreter der Heilkunst sich nicht immer vorbildlich benehmen. Schwarze Schafe gibt es überall, Ärztinnen und Ärzte sind Menschen und keine Heiligen. Seit einiger Zeit müssen auch die Türen der Wartezimmer geschlossen, Stühle auf dem Gang als halber Schritt auf dem Weg ins Sprechzimmer leer bleiben, wenn sie nicht ganz weggeräumt worden sind. Die Begründung lautet: Datenschutz!

Da könnte doch tatsächlich jemand erlauschen, was ein neuer Patient der guten Seele am Empfang zuraunt, mit welchem Leiden er um Hilfe ersucht. Nun ist seit den Zeiten des seligen Hippokrates, also seit über zweieinhalbtausend Jahren, kein Fall bekannt geworden, bei dem sich durch derartigen Geheimnisverrat eine Krankheit verschlimmert hätte. Jedem Menschen, der eine Arztpraxis aufsucht, ist klar, das hier um Heilung von Leiden nachgesucht wird. Wer nicht möchte, dass seine Beschwerden zum Ortsgespräch werden, posaunt sie sicher nicht laut bei der Ankunft hinaus. Sucht man eine Praxis auf, in der tabuisierte Haut- oder Gemütskrankheiten behandelt werden, kann man davon ausgehen, dass die übrigen Wartenden ähnliche Schwierigkeiten haben.


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