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Erdogans Rede

26.02.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Emil Neuscheler, Neckartailfingen. Während der türkische Premier Erdogan sich bei der Brandkatastrophe in Ludwigshafen bei der Polizei und Feuerwehr bedankte, machten türkische Medien Stimmung gegen die BRD. Auch dass die Türkei noch eigene Ermittler nach Deutschland schickte, stieß bei der hiesigen Bevölkerung auf Unverständnis. Wir sind gewohnt, dass unsere Polizei ihre Aufgaben korrekt erledigt. Doch was Herr Erdogan in der Kölnarena unter die Leute brachte, ist schon sehr vorsichtig ausgedrückt dem Gastland gegenüber eine Unhöflichkeit im höchsten Grade. Er mischt sich unverhohlen in die deutsche Innenpolitik ein. Anstatt die millionenschweren Integrationsbemühungen zu unterstützen, forderte er seine Landsleute auf, sich nicht zu assimilieren (angleichen, anpassen). Will er eine türkische Exklave in Deutschland bilden, die praktisch in eine Parallelgesellschaft mit kulturellen Sonderrechten münden muss?

Unsere religiöse Großzügigkeit wird bereits weiträumig in Anspruch genommen. Ähnliches ist in der Türkei nicht einmal im Ansatz denkbar. Herr Erdogan leidet unter einer fatalen Kurzsichtigkeit. Er scheint noch nicht bemerkt zu haben, dass die europäischen Staaten zusammenrücken und nicht mehr wegen Kleinigkeiten auseinanderdriften. Wie will dieser Staat mit der EU zurechtkommen? Auch wenn die Türkei am Rande des Kontinents liegt, ist das Gebilde am Bosporus noch weit entfernt.


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