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Eloge auf Nürtingen

14.06.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Einige berühmte Nürtinger Söhne sind aus dieser Stadt geflohen und pflegten zeitlebens kritische Distanz. Dem steht die Haltung des großen Fritz Ruoff entgegen, der seine Stadt, die ihn einst übel traktiert hatte, kategorisch wissen ließ: „I kann da net weg!“.

Mein Vater, Oberschwabe mit Leib und Seele, wollte nie hierher, blieb aber hängen, hat sich eingenistet und folgte keinem dienstlichen Ruf mehr nach anderswo. Ich selber hab das Abhauen probiert, bin kläglich gescheitert und habe mich seither zwischen Säer, Roßdorf und Neckar so durchgerauft. Ich bleibe bei meiner Frau in Nürtingen, die kaum von ihrem Zuhause in Backnang loszueisen war, heute hier verwurzelt ist und mich mit Ruoff auskontert: „Wenn de willsch, no gohsch halt en dei Großstadt, aber mi kriagt da koiner meh weg!“

Es muss also was dran sein an diesem buckeligen „Locus Sacer“, diesem heiligen Ort zwischen Großem Forst und Steinenberg, zwischen Galgenberg und Kissling. Mit so vielen eigenartigen (wörtlich!) Teilgemeinden drum herum, mit Ersberg, Lerchenberg und Schlossberg mittendrin, und diesem Kirchturm obendrauf.

Die Bürgermeister Gonser und Möhrle konnte man früher ihren Sonntagsspaziergang durch das sich entwickelnde Nürtingen machen sehen, stolz und freudig. Und mittlerweile konnte ich sogar einigen Kollegen den Zuzug nach Nürtingen schmackhaft machen. Immerhin von Stuttgart weg, von Esslingen und von Tübingen. Sie wollen hier bleiben.


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