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„Diktat einer Werbekampagne“

15.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Reinmar Wipper, Nürtingen. Keine Frage, auch am kommenden Wochenende werde ich die Laufschuhe anziehen, auf das Fahrrad oder in die Fluten steigen. Allerdings könnte ich dabei einem der Punktezähler in die Hände fallen, die drei Tage lang alles notieren, was sich in der Stadt rührt. Und für das Bodenseewasser in meiner Trinkflasche könnte ein Korkengeld fällig werden – den Olympisch Missionierenden sind nämlich nur Getränke aus dem Hause des Sponsors genehmigt. Das Motion-Controlling empfiehlt sogar, im Kindergarten nur in Verbindung mit Bewegung zu frühstücken.

Unglaublich: eine Stadt unterwirft sich dem Diktat einer Werbekampagne des Deutschen Olympischen Sportbundes, gesponsert von Coca-Cola und Samsung. Wer nicht mitmacht, wird ausgegrenzt, wird gefragt, ob er „gegen die Stadt“ sei. Absolution des Seelenverkaufs gibt der Gott des Sports: Bewegung ist gesund, macht Spaß, hält Leib und Seele zusammen. Stimmt. Aber nicht die Bewegung von Olympia, FIFA und so weiter. Bei denen zählt nur noch Kohle. Ein Lügenspektakel, das sich selber dopt, sich schon längst von „Dabei sein ist alles“ verabschiedet hat, längst merkantilisiert ist, Plattform für Politiker. Die Ausbeuter und Absahner legitimieren sich selbst, etwa der Herr Fußball-Blatter aus der Schweiz, eine Art Sport-Berlusconi.


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