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Die Aleviten: Eine Ausrichtung des Islams

08.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hintergrund

Die alevitische Glaubenslehre basiert auf der Entscheidungs- und Glaubensfreiheit des Menschen. Niemand hat eine Verpflichtung, etwas tun oder glauben zu müssen. Aleviten beten nicht in Moscheen und legen den Koran nicht wörtlich aus, sondern suchen die Bedeutung hinter den Offenbarungen. Sie leben nicht nach den „Fünf Säulen des Islam“ (Glaubensbekenntnis, Gebet, Almosensteuer, Fasten und die Pilgerfahrt), weil sie diese als Äußerlichkeiten ansehen. Ihnen setzen sie ihren Mystizismus entgegen, der sich auch in den Versammlungen, den sogenannten Cems, ausdrückt. Dort spielen neben dem Gebet auch Musik und Tanz eine wichtige Rolle. In Baden-Württemberg gibt es seit 2008 alevitischen Religionsunterricht.

Die Aleviten sind wie die Sunniten und Schiiten eine Ausrichtung des Islams, die im 13. Jahrhundert entstanden ist. Ihre Siedlungsgebiete liegen traditionell in Ostanatolien. In der Türkei bilden sie nach den Sunniten die zweitstärkste Religionsgemeinschaft (etwa 25 Prozent der Bevölkerung). Allerdings sind sie nicht offiziell anerkannt.

Die Aleviten beziehen sich ähnlich wie die Schiiten auf zwölf Imame, die sie auf die Linie des Propheten Mohammed, den Gründer des Islams, zurückführen. Mohammeds Schwiegersohn und Vetter Ali ibn Abi Talib wird als dessen rechtmäßiger Nachfolger gesehen, woraus sich der Name Aleviten ableitet, was so viel bedeutet wie „Anhänger Alis“.


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