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Das Kopfgefühl

31.03.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Helmut Weber, Aichtal-Neuenhaus. Pflicht oder Selbstdarstellungsbedürfnisse nötigen unsere Staatsführung gelegentlich zur öffentlichen Präsenz. Was vorher monarchisch distanziert schien, gleicht dann eher einer barocken Wanderbühne, die sich gut geschminkt in Blickzentren oder besser, am Feuer fremder Emotionen erhellt.

Wie anders die Bühnen des kleinen Welttheaters in unseren Städten, auf dem Land, dort wo der Schein der Wirklichkeit dient. Kein Impresario, nennen wir ihn Intendant, wird das Geschehen dahingehend beeinflussen, dass er sich zu handelnden Personen auf die Bühne setzt.

Unseren Staatsdienern gelingen solche Kunststücke spielerisch und wir befinden uns nicht mehr auf irgendeiner Bühne. Wir befinden uns bei diesem Beispiel in einem elementaren Augenblick unmittelbar betroffener Menschen: der Trauer, der Verstörtheit und des Zorns auf eine Fremdbestimmung – in Winnenden.

In Stunden solcher Dramatik erscheint ein aufgedrängter Staatsakt als ein peinlich unsensibler Eingriff in die Privatsphäre einer Bürgerschar. Die Anmaßung wird aber deutlich, wenn unser Staat das Bedürfnis hat, in der ersten Reihe Platz zu nehmen, anstatt irgendwo unter dem Kirchenschiff angemessen unauffälliger dem Ereignis seinen Respekt zu zollen – was jeder verstehen könnte.


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