Schwerpunkte

Region

Auweia!

04.07.2009 00:00, Von Philip Sandrock — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Dass Künstler Sanitärgegenstände zu Objekten ihres Schaffens machen, ist spätestens seit Marcel Duchamps „Fountain“ aus dem Jahr 1917 bekannt. Er nahm ein Urinal, signierte es mit „R. Mutt“ und legte es hin – das war alles. Das „Ready made“ war geboren und schrieb Kunstgeschichte.

Ganz andere Klo-Kunst hatte dieser Tage ein Künstler in Nürtingen vorgeführt. Statt eines Pinkelbeckens widmete er sich einem handelsüblichen, voll funktionsfähigen und (hoffentlich) fabrikneuen WC, das er mit einem Hammer zertrümmern wollte. Ganz im Sinne seines Vorbilds Duchamp wurde die Toilette mit dem Titel des Werks beschriftet: „Auweiaculari No. III“. Auf den Scherben des zerschmetterten Aborts sollten den Vernissage-Gästen mit einer alten Spritze gefüllte Teigwaren serviert werden. Die Spannung in der Galerie stieg. Und der Hunger sowie die Neugier auf die Auweiaculari-Kochkunst waren groß.

Der Künstler griff zum Hammer und schlug zu, die Schüssel zerbarst unter seinen Schlägen. Das Ganze nahm jedoch einen anderen Verlauf, als von ihm geplant. Weil es treffender nicht formuliert werden kann, hier das Zitat aus dem Polizeibericht: „Beim Zertrümmern sprang dem Mann ein Porzellansplitter an die Stirn, sodass er sich eine stark blutende Schnittwunde zuzog. Er musste vom Rettungsdienst versorgt werden und das geplante Essen fiel aus.“ Eine Minute dauerte es, bis aus Auweiaculari Auweia! wurde – alles gefilmt von Freunden und Bekannten.


Sie möchten den gesamten Artikel lesen?


Tagespass

  • 24 Std. alle Artikel und das E-Paper lesen
  • Mit PayPal bezahlen

1,20 €

einmalig

10-Tage-Angebot

  • 10 Tage alle Artikel und das E-Paper lesen
  • Endet automatisch
  • Mit PayPal bezahlen

5,00 €

einmalig

Digitalabo

Jetzt neu - mit PayPal bezahlen!

  • Alle Artikel und das E-Paper im Abo lesen
  • jederzeit kündbar

22,50 €

pro Monat


Ich bin bereits Abonnent


Sie sehen 51% des Artikels.

Es fehlen 49%



Region