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Nürtingen

„Wir verhelfen zu neuen Perspektiven“

27.08.2013 00:00, Von Anneliese Lieb — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Mitarbeiterinnen der Diakonischen Bezirksstelle sind nicht nur im Schwangerschaftskonflikt eine gefragte Adresse

„Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger“. Freude und Entsetzen bestimmen augenblicklich die Gefühlslage von Clarissa B. Der Arzt bestätigt, was sie schon seit Wochen beschäftigt. Ein drittes Kind. Braucht die Familie dann eine größere Wohnung? Die Gedanken drehen sich im Kreis. Mit wem kann sie darüber reden? Wem kann sie ihre Sorgen anvertrauen?

Marie Luise Härer gehört zum Team der Diakonischen Bezirksstelle. Beratung von Schwangeren und Müttern in Not ist wichtiger Bestandteil der Arbeit.  Foto: Holzwarth
Marie Luise Härer gehört zum Team der Diakonischen Bezirksstelle. Beratung von Schwangeren und Müttern in Not ist wichtiger Bestandteil der Arbeit. Foto: Holzwarth

NÜRTINGEN. Dorothee Zeile weiß, was sich in diesem Moment im Kopf von Clarissa B. abspielt. Die Diplomsozialpädagogin, seit vielen Jahren in Diensten der Diakonischen Bezirksstelle Nürtingen und schwerpunktmäßig in der Schwangerschaftskonfliktberatung tätig, weiß, um die Krisensituation von Frauen, die ungewollt schwanger werden. „Ein Schwangerschaftskonflikt ist, das zeigt unsere langjährige Erfahrung, für viele Frauen und Paare eine existenziell bedrohliche Krisensituation.“ Die Ambivalenz zwischen familiärmateriellen Gegebenheiten und persönlicher Werteerhaltung zerreiße manche Frauen innerlich fast. Angst und Unsicherheit vor der neuen Situation greifen Raum. Es gehe dabei aber nicht so sehr um die Angst vor Konsumverzicht, oft genug aber um Angst vor sozialem Abstieg oder vor Wohnungslosigkeit. Die Schwangerschaftskonfliktberatung der Diakonischen Bezirksstelle Nürtingen ist erste Anlaufstelle für Betroffene. „Auf den Frauen lastet viel Druck.“ Der erste Impuls sei deshalb, alles schnell hinter sich zu bringen. „Nur keine Gefühle zulassen.“ Dorothee Zeile und ihre Kolleginnen wissen um diesen Zwiespalt. Sie sehen ihre Aufgabe darin, die Frauen dort abzuholen, wo sie stehen, um mit ihnen die Situation in Ruhe und in einem geschützten Rahmen zu besprechen.


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