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Nürtingen

Wellness-Villa rustica

05.03.2008 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Wellness-Villa rustica

Das ist unseres Jahrhunderts nicht würdig, soll der 108 in Rom herrschende Kaiser Trajan seinem bithynischen Statthalter Plinius geantwortet haben, als der fragte, wie mit anonymen Denunziationen zu verfahren sei. Dieser erste Adoptivkaiser schlug nach der Gewaltherrschaft Domitians einen republikanischen Weg ein, indem er sein Amt mit der Pflicht verknüpfte, als einer unter vielen römischen Adligen nicht über den republikanischen Gesetzen zu stehen, sondern wie alle anderen an diese gebunden zu sein. Im Süden Deutschlands, wo er vor seiner Kaiserwürde den Oberbefehl über die Besatzungstruppen innegehabt hatte, ließ er als eine seiner ersten Amtshandlungen Fernstraßen bauen und sorgte auch dafür, dass an deren Rand adäquate Raststätten entstanden. Eine davon bekam den Namen Grinario und steht heute als Köngen im Atlas. Die Nähe zu der Fernstraße, die die beiden Hauptorte der Provinz Obergermanien, Mogontiacum (Mainz) und Augusta Vindelicum (Augsburg), verband, ließ in der Umgebung von Grinario Handel und Handwerk blühen. Auch in Nürtingen kamen die in einer Großtöpferei beschäftigten Selbsthilfegruppen den schlagfertigen Argumenten ihrer medizinischen Betreuer kaum noch nach, und auch die Wellness-Kurgäste auf den Latifundien des Besitzers jener in den Seelen ausgegrabenen Villa rustica mussten immer wieder die Rückenmassageangebote der Betriebsbademeister in Anspruch nehmen. heb


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