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Vielfalt statt Einfalt

05.05.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(bwk) Wir hatten eine Ferienwohnung mit Freunden gemietet, und damit nicht alles doppelt mitgeschleppt wird, vorher die Beschaffung des Proviants untereinander aufgeteilt. Gewürze sollten unsere Mitreisenden einpacken, aber unsere Augen wurden etwas größer, als wir nach der Ankunft am Ziel in der Küche den Satz vernahmen: „Wir dachten, Salz und Pfeffer reichen.“ Das bedeutete einen Zeitsprung zurück von fünfzig Jahren und mehr, als in vielen deutschen Küchen sehr geradlinig gekocht wurde. Viele Gewürze waren weiten Kreisen der Bevölkerung überhaupt nicht bekannt, wurden in Not- und Kriegszeiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch gar nicht eingeführt.

Die geschmackliche Wende kam zweifellos mit dem grenzüberschreitenden Tourismus der 1950er Jahre, aber auch mit den Arbeitskräften, die infolge des Wirtschaftswunders nach Westdeutschland strömten und ihre Gerichte mitbrachten. Wir reden nicht nur vom Siegeszug des Knoblauchs und zahlreichen Kräutern aus dem Mittelmeerraum. Es kamen auch bis dahin völlig unbekannte Gemüsesorten auf den Tisch, deren Namen auf ihre Herkunft hinweisen – Broccoli zum Beispiel oder Zucchini, dessen korrekte Aussprache manchem Deutschen bis heute Schwierigkeiten bereitet.


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