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Nürtingen

Verheerend

14.12.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) „Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret“, betrauerte der schlesische Dichter Andreas Gryphius das bittere Schicksal seiner Landsleute, die unter den Härten des Dreißigjährigen Krieges unendlich zu leiden hatten. „Ein Elend von bisher unbekanntem Ausmass“ brachte vor 325 Jahren ein Ereignis auch über Nürtingen, das Hans Schwenkel in seinem „Heimatbuch des Kreises Nürtingen“ als die „größte Katastrophe in der Geschichte des Herzogtums Württemberg“ bezeichnet. Nach der Niederlage der „evangelischen“ Truppen unter Bernhard von Weimar wurde auch der Nürtinger Raum zuerst von fliehenden Franzosen und Schweden ausgeraubt, bevor er von den nachrückenden „kaiserlichen“ Kroaten geflutet wurde: „das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun“ suchten nun die Dörfer und Städte im Neckartal heim, besonders die Stadt Nürtingen musste die „Frechheit“ büßen, im Vertrauen auf die Widerstandsfähigkeit der verzweifelten Einwohner und der Stadtmauer die letzten verbliebenen Vorräte zu verteidigen. „Die Türme stehn in Glut, die Kirch’ ist umgekehret,/ das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun“, der nach Nürtingen geflüchtete Pfarrer von Owen lag in seinem Blut vor dem Altar des Kreuzkirchleins, die befleckten Seiten seiner Heiligen Schrift neben ihm, als „Blutbibel“ in die Annalen der Nürtinger Geschichtsschreibung eingegangen. Die Ratsherren verrieten trotz Folter und Mord nicht, wo sie den Spitalschatz eingemauert hatten. Derweil sanken Stadt und Schloss in Schutt und Asche. Nichts zu lachen hatten selbst die Hofdamen der Herzoginwitwe Ursula, die selbst so von der Soldateska malträtiert wurde, dass sie weinige Tage später starb.


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