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Nürtingen

Tschaule

10.09.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(vh) „Ich werde dann gleich bei Ihnen aufschlagen.“ Wem solches angedroht wird, der muss nicht notwendig einen Helm aufsetzen, um sich vor umherfliegenden Knochensplittern zu schützen. Denn der fade Spruch besagt letztlich nur: „Ich bin gleich bei Ihnen.“ Man kann’s dann wirklich kaum erwarten, den Menschen, der solches von sich gibt, nein, nicht leibhaftig, sondern livehaftig vor sich zu sehen. Er wird wahrscheinlich, kaum dass er aufgeschlagen ist, kundtun, dass er ein „supi“ Projekt „in der Pipeline“ hat. Soll heißen, er hat was ganz Tolles ausgebrütet. Man hört sich das Gewäsch notgedrungen an, nickt an den richtigen Stellen und freut sich, wenn der Mensch wieder geht, um woanders aufzuschlagen. Was sagt er zum Abschied? Klar. „Tschaule!“

Ein Schwabe also. Die haben ja schon immer einen Hang zur Verkleinerung gehabt. Angeborene Bescheidenheit vermutlich. „Grüß Gottle“ als Gruß ist schon älter, „Hallole“ auch nicht ganz neu. „Adele“ ist nicht nur ein Frauenname, sondern eignet sich auch zur Verabschiedung, wenn man nicht pathetisch „Adieu“ (schwäbisch „Adeeh“) sagen will. „Tschüssle“ ist neueren Datums und komplett verzichtbar. Und nun also „Tschaule“. Kommt, wer hätte das gedacht, aus dem Italienischen und hieß ursprünglich mal Ciao, sprich „tschau“, müsste also korrekterweise Ciaole geschrieben werden.


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