Nürtingen

Teurer Grünschnitt

06.08.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) Neun Monate Haft lautete das Urteil am Ende eines Prozesses, anhängig beim Wiener Landgericht. Ein 28-Jähriger hatte seine Wiese gemäht, den Rasenschnitt getrocknet und in Cellophantütchen gefüllt, die er für 18 Euro das Stück verhökerte. Echtes Gras aus Albanien sei es, machte er Kaufinteressenten im Wiener Stadtpark weis und forderte Zweifler an der „Echtheit“ auf, ihm doch in die Augen zu schauen.

Auch ein verdeckter Ermittler kaufte ein Tütchen für 18 Euro – und ließ den „Dealer“ auffliegen, obwohl im verkauften Rasenschnitt keinerlei Substanzen enthalten waren, die unter das österreichische Betäubungsmittelgesetz fallen. „Betrug“, sagte der Richter, denn wer seinen Gartenabfall so günstig zu entsorgen versuche und dazu den für die Canabinol-Droge Marihuana gängigen Decknamen „Gras“ verwende, begebe sich zwar nicht als Dealer auf die schiefe Bahn, aber als Betrüger, denn die Käufer hätten nach Art und Form des Verkaufsweges davon ausgehen müssen, dass der 28-Jährige ihnen ein hochwertiges Halluzinogen anbiete, und hätten ihm deshalb seine Tütchen für teures Geld abgekauft. Hätte der junge Mann wirklich Haschisch verkauft, wäre er wahrscheinlich günstiger, nämlich mit einer Bewährungsstrafe weggekommen.


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