Nürtingen

Stars und "Schtoore"

16.07.2007, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Stars und Schtoore

Er lebe gesellig und sei possierlich, liebt die Beeren des Weinstocks ebenso wie die Kirschen und verbreitet einen gewissen Glanz, dem man sich nur schwer entziehen kann. Wenn Deutschland den Super-Star sucht, müsste der Sieger eigentlich aus Linsenhofen sein, schließlich gilt seit Jahrhunderten jeder Einwohne des Dorfes inmitten des Steinachtals als Star, oder auf Schwäbisch: Schtoor. Okay, man sieht es ihm nicht sofort an, dem Laesaheefr, dass einem da ein zu Höherem (in mehrfachem Sinn) Berufener gegenübersteht. Eher käme man auf Anhieb zur Überzeugung, dass der andere Ortsneckname Balle (der Schwenckel spricht in diesem Zusammenhang von einer menschlichen Schwäche) eher mit dem Sinneseindruck harmoniert, den der Linsenhöfer hinterlässt. Aber nicht immer ist der erste Eindruck entscheidend. Selbst wenn der Spiegelschwab sei unser Zeuge nicht jeder Glanz von edlem Ursprung ist und die meisten Stars ein Rad ab haben, erweisen sich die Schtoore bei aller Reisefreudigkeit, die ihren flugfähigen Vorbildern nachgesagt wird, als bodenständig und anstellig. Da kommt es eher mal, wenn im Juni die vorjährige Weinernte probiert wird, zu einem kollektiven Balla, als dass en Stoor gau niachtern zom Balle wird. Schließlich hat mans mit dem Weinbau im Täle schon vor etlichen Generationen zu einigem Wohlstand gebracht, wovon ein alter Spruch ein Loblied singt: Zu Laisahofa em Sand, do wachst dr Bescht em ganza Land. heb


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