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Nürtingen

St. Leopoldi Huld

13.11.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) „Windmond“, „Nebelung“, gar „Schlachtmond“ – besonders anziehende Namen hat der vormals neunte, seit 1856 Jahren elfte Monat des Jahreskreises wahrlich nicht. Da kommt der heute gebräuchliche Name November noch am besten rüber, obwohl er eigentlich der am meisten veraltete ist. Denn Wind und Nebel sind auch heute noch das aktuelle Erscheinungsbild jener viereinhalb Wochen, in denen der Sonne und Wärme endgültig die Luft ausgeht. Doch wie immer: Auch in der größten Not gibt es einen Lichtblick. Für den kommenden Sonntag, 15. November, heißt es in der Bauernregel: „Der Heilige St. Leopold ist dem Altweibersommer hold.“ Doch im Gegensatz zu den Landleuten zu Zeiten des 1485 heilig gesprochenen Schutzpatrons Österreichs können wir heute den Meteorologen auf die Finger schauen und per Mausclick eine Wettervorhersage ins Büro liefern lassen. Doch – oh weh – das lässt nichts Gutes hoffen: Böen statt Sonnenschein und jagende Wolkenberge, vom südlichen Wolkenschieber nach Norden gedrückt, statt leuchtender Spätherbstglut in den Laubbaumkronen. Na, dem seltsamen Heiligen wollen wir doch mal nachspüren – und finden heraus: St. Leopold war ein Graf, Markgraf von Österreich, ein Babenberger und der dritte seines Namens. Wie rund 150 Jahre später Ulrich mit dem Daumen von Württemberg im Streit der Staufer mit dem Papst verräterisch die Seiten wechselte, ließ auch der österreichische Landesfürst im Investiturstreit seinen Kaiser zugunsten von dessen Sohn im Stich. Kein Wunder, dass der mehrfache Klostergründer später kanonisiert wurde, denn wer spricht heilig? Richtig: der Papst! Doch daran nicht gemäkelt, denn in Leopolds Biografie findet sich ein Sätzlein, das ihn weit über seinesgleichen hinauszuheben imstande ist: „Leopold hielt sich weitgehend aus den großen politischen Auseinandersetzungen heraus und befriedete und erweiterte sein Territorium nicht zuletzt durch eine wohl durchdachte Heiratspolitik.“ Bella gerant alii, tu felix Austria nube! (Mögen andere Kriege führen. Du glückliches Österreich, heirate!)


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