Nürtingen

Selbstjustiz

24.12.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Als der Wolf ausgeschlafen hatte, so fühlt’ er es so schwer im Leib und sprach: ,Es rumpelt und pumpelt mir im Leib herum! Es rumpelt und pumpelt mir im Leib herum! Was ist das? Ich hab’ nur sechs Geiserchen gegessen.“ Weihnachtszeit ist Märchenzeit, und was dem Wolf da im Bauch herumpumpelt sind – wer das Märchen von dem Wolf und den sieben Geißlein noch nicht vergessen hat, weiß es – Wackersteine. Was aber sind eigentlich Wackersteine? Der Herkunft des heute nicht mehr üblichen Namens für große Kiesel nach ist die Grauwacke gemeint, ein ursprünglich marines Sedimentgestein. Die relativ weichen, meist dunklen Gesteine bestehen aus Quarz, Feldspat, Kiesel- beziehungsweise Tonschiefer und Gesteinsbruchstücken, die in einer tonigen Grundmasse (der sogenannten Matrix) verbacken sind. Bis in die 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde die Grauwacke bevorzugt als Pflasterstein verbaut oder für die obere Schicht von Eisenbahntrassen benutzt. Der Matrixanteil des Gesteins beträgt dabei mehr als 15 Prozent, besteht meist aus Tonmineralen oder Glimmer und verursacht die dunkel(grün)graue Färbung. „Er dacht, er wollt einen frischen Trunk thun, das mög’ ihm helfen, und suchte einen Brunnen, aber wie er sich darüber bückte, konnte er vor der Schwere der Steine sich nicht mehr halten, und stürzte ins Wasser. Wie das die sieben Geiserchen sahen, kamen sie herzu gelaufen, und tanzten vor Freude um den Brunnen.“ Man erinnert sich: Die Muttergeiß hatte dem schlafenden Wolf den Wanst aufgeschnitten, ihre sechs Geißlein herausgeholt, dem bösen Wolf den Bauch mit schnell herbeigeholten Kieseln (eben den Wackersteinen) gefüllt und wieder zugenäht. heb

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