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Nürtingen

Schwarz-Rot-Gold

05.07.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(aw) Schon wieder ein Sommermärchen! Es war keine Eintagsfliege, als Tausende begeisterter Menschen die Innenstädte Deutschlands vor vier Jahren zur Fußball-Weltmeisterschaft mit Schwarz-Rot-Gold fluteten. Die Nationalmannschaft spielt erfolgreich. Und dazu auch noch so schön, dass das alte Sommermärchen bereits zu verblassen erscheint. Schon damals hatte es wenige Mahner gegeben. Es sind die, die bei jeder Regung irgendwelcher positiver Gefühle für das eigene Land gleich das Wiedererstarken des Nationalismus und die Rückkehr der Ewiggestrigen fürchten. Doch, mit Verlaub, wer sich angesichts einer ausgelassen, fröhlich und beinahe stets friedlich feiernden Masse zuvorderst junger Menschen gezwungen sieht, solche Gespenster zu reanimieren, ist selbst nicht ganz von heute.

Die Deutschen haben sich vor vier Jahren in der ganzen Welt mit jenem schwarz-rot-goldenen Freudentaumel eher Respekt und Anerkennung in der Welt verschafft, als dass sie anderen Völkern Angst und Schrecken einjagten. Und so tun sie gut daran, auch in diesem Sommer wieder Schwarz, Rot und Gold zu den hippen Modefarben dieses endlich heißen Sommers zu erklären – auch wenn die Farben eine alte Geschichte haben. Das Freikorps Lützow, das mit anderen Freiwilligen von 1813 an die französischen Besatzer aus dem Lande jagen wollte, trug diese Farben. Schwarz färbten die zivilen Soldaten ganz normale Kleidung zur Uniform um, da sie sich eine richtige Uniform nicht leisten konnten. Rote Umstöße kamen dazu. Und billige Messingknöpfe. Später wurden die Farben so zum Symbol revolutionärer Bestrebungen. Die Nationalversammlung erklärte 1848 Schwarz-Rot-Gold zum nationalen Symbol. Also, denken wir daran: Die Farben stehen für Einigkeit und Recht und Freiheit – und manchmal in märchenhaften Sommern eben auch für Freude und Stolz.


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