Nürtingen

Schwaben-Voodoo

11.05.2009, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) Neid und Missgunst scheinen im schwäbischen Adel der Renaissance eine mächtige Triebfeder gewesen zu sein, besonders wenn es um mögliche Besitzmehrungen durch Erbschaft oder Heiratspolitik ging. Dass diese Triebfeder manchmal besondere Blüten hervorzubringen vermochte, mag folgende Anekdote zeigen, die Casimir Bumiller in seiner „Geschichte der Schwäbischen Alb“ zum Besten gibt: Eine aus den Niederlanden stammende Gräfin Johanna von Börseln hatte einen Sohn aus erster Ehe mit Eitel Friedrich III. von Zollern und war in zweiter – kinderloser – Ehe mit dem letzten Werdenberger Grafen Christoph verheiratet. Nun waren die Chancen ihres Sohnes Karl groß, sowohl das Werdenberg’sche als auch das Zoller’sche Erbe an sich zu bringen, wenn sein Vetter Jos Niclas II. von Zollern ohne Erben blieb. Der jedoch stand 1531 kurz vor der Eheschließung mit einer Gräfin Anna von Zimmern. Um nun die Interessen ihres Sohnes zu wahren, griff die gute Johanna zu einem aus unserer aufgeklärten Sicht recht merkwürdigen Mittel.


Sie möchten den gesamten Artikel lesen?


Jetzt direkt weiterlesen!

  • 14 Tage gratis alle Artikel und das E-Paper lesen
  • Endet automatisch

0,00 €

Tagespass

  • 24 Std. alle Artikel und das E-Paper lesen

1,20 €

6-Wochen-Angebot

  • 6 Wochen alle Artikel und das E-Paper lesen
  • Endet automatisch

19,90 €

Digitalabo

  • Alle Artikel und das E-Paper im Abo lesen
  • monatlich kündbar

22,50 €


Ich bin bereits Abonnent


Sie sehen 34% des Artikels.

Es fehlen 66%



Nürtingen