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Rechts vor links?

08.12.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) Leider ist Fußball für eine größer werdende Zahl von, na ja, das Wort „Fans“ will hier nicht so leicht aus der Feder fließen, obwohl es etymologisch mit Fanatismus engst verwandt ist, nennen wir sie einfach Idioten, mehr als „die schönste Nebensache der Welt“ geworden. Immer mehr Fangruppen mutieren zu Hooligan-Banden und überziehen die Spielstätten mit gewalttätigen Ausschreitungen. Spielabbrüche häufen sich, auch auf den Plätzen, wo noch im Amateurbereich gespielt wird. So geschehen jüngst im sächsischen Brandis, unweit der Landeshauptstadt Leipzig. Ein Ordner hatte, wie sich hinterher herausstellte, einem Trupp Neonazis über einen Nebeneingang Zutritt ins Stadion des heimischen Vereins verschafft, der sich augenblicklich mit dort bereitliegenden (!) Eisenstangen und Holzlatten über Fans und Spieler des Gastvereins hermachte. Ergebnis: Mehrere Verletzte und ein Spielabbruch. Unbehelligt von der mittlerweile verstärkten Polizeitruppe vor Ort, machten sich die rechtsradikalen Täter mittelfingerschwenkend vom Acker. Die Ermittlungen kommen, wie man liest, trotz umfangreichen Beweismaterials (Fotos und aussagebereite Zeugen) nur schleppend voran. Bei einem Spielabbruch wird regelgemäß die verursachende Partei bestraft, indem die Begegnung mit drei Punkten und einer regional festgelegten Anzahl von Toren für den Gegner gewertet wird. Für den Schutz von Zuschauern und Spielern ist der Ordnungsdienst des gastgebenden Vereins zuständig. Und der hat im vorliegenden Fall offenbar nicht nur versagt. Dennoch war der zuständige Fußballverband Leipzig der Ansicht, dass dieses Spiel wiederholt werden muss – in Brandis, dessen FSV trotz erwiesener Unfähigkeit, für die Sicherheit seiner Gäste zu sorgen, noch nicht einmal das Heimrecht abgesprochen bekommt. Ob dabei der Name des Gästeclubs – Roter Stern Leipzig – eine Rolle gespielt hat?


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