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Public wohin?

10.06.2010 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(aw) Ein stiller Raum. Halbdunkel. Gedämpftes Weinen, Schluchzen. Menschen kauern zusammen, vor einer Bahre. Tja, das ist Public Viewing! Kein Spaß. Tatsächlich steht im amerikanischen Sprachgebrauch die Wendung „public viewing“ auch für das offene Aufbahren eines Leichnams. Auch.

Einen Leser unserer Zeitung indes brachte die Verwendung des Terminus „public viewing“ für die öffentliche Übertragung von Fußballspielen nach eigenem schriftlichen Bekunden so richtig „auf die Palme“. Anglizismen ärgerten ihn, und wenn schon, solle man sie richtig verwenden. Fußballgucken habe doch mit einer „öffentlichen Leichenschau“ nichts zu tun, schreibt er. Recht hat er! Denn auch in seiner ursprünglichen amerikanischen Verwendung hat der Begriff tatsächlich nichts mit einer „Leichenschau“ zu tun. Für die sorgt der Arzt ganz amtlich, wenn er den Tod festzustellen hat und die Todesursachen und -umstände bestimmen muss. Kaum vorstellbar ist, dass diese Tätigkeit „public“, also öffentlich vorgenommen wird. So weit gesunken ist noch nicht einmal das Reality-TV, Entschuldigung, das Wirklichkeitsfernsehen.


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