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Politik spielen

01.07.2020 05:30, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(pw) Man vergisst schnell, dass Portugal bis in 1970er-Jahre eine Diktatur war. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass der portugiesische Diktator Salazar nie in Konflikt mit anderen europäischen Nationen kam. Während des Zweiten Weltkriegs blieb Portugal neutral, Salazar unterstützte aber die Alliierten mit Versorgungsmaterial, auch kritisierte er Hitlers Auffassung des Nationalismus. In Salazars Augen hatte die Rasse nämlich nichts mit der Ideologie zu tun. Aus diesen Gründen fiel es den Siegermächten nach dem Krieg auch leichter, gute Beziehungen mit Portugal zu pflegen. Salazars Feinde hingegen waren Kommunisten und Sozialisten, aber auch die Modernisierung. Salazar sah sie als Übel an, das die Menschheit nur plagen würde. So konnte unter seiner Herrschaft etwa jede dritte Person nicht lesen. Die Presse wurde zensiert und Andersdenkende wurden von der portugiesischen Geheimpolizei verfolgt. 1949 trat Portugal der NATO bei.

Als nach dem Zweiten Weltkrieg überall auf der Erde Nationen nach Selbstbestimmung riefen, wurde das portugiesische Reich davon natürlich nicht verschont. Portugal war das erste tatsächliche Weltreich in der Geschichte der Menschheit, mit Kolonien auf dem ganzen Globus verteilt. Der überzeugte Nationalist Salazar wollte seine afrikanischen Kolonien nicht einfach hergeben und so kam es 1961 zu einem Befreiungskrieg in Westafrika. Dieser blutige Konflikt kostete tausende Zivilisten das Leben und endete erst 1974, vier Jahre nach Salazars Tod. 1974 kam es in Portugal zu der sogenannten „Nelkenrevolution“, seitdem ist Portugal eine Demokratie. Doch was geschah in den letzten Jahren Salazars?


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