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Nürtingen

Peinliche Befragung

27.07.2011 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(psa) Wer Straftaten begeht, landet heute vor Gericht. Die Juristen urteilen dann über Schuld und Strafe. Das war aber nicht immer so: Im Mittelalter war es in der Regel Privatsache der Opfer, für die Strafverfolgung des Täters zu sorgen. Das sollte sich heute vor 479 Jahren ändern: Der Reichstag in Bamberg verabschiedete die „Constitutio Criminalis Carolina“ (CCC), die peinliche Halsgerichtsordnung Karls V.

Mit dem neuen Strafgesetzbuch unterm Arm verfolgten fortan staatliche Inquisitoren die Übeltäter. Die Vorgänger heutiger Staatsanwälte und Richter ermittelten, befragten Zeugen und sammelten Beweise. Sie waren für eine Verurteilung unabdingbar, denn Indizien waren verboten. Eine angezeigte Straftat musste klar belegbar sein. Fehlten Zeugen und Beweise, so musste man den Angeklagten zu einem Geständnis bewegen. Denn ohne Geständnis kein Urteil. Übliches Mittel im 16. Jahrhundert dafür war die „peinliche Befragung“ – heute würde man es Folter nennen. Im Falle einer Verteilung drohte regelmäßig die Todesstrafe. Angeklagt wurde schließlich nur wegen Mordes, Totschlags, Raubs und Brandstiftung.


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