Nürtingen

Päpstlicher Senf

14.10.2019 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(pw) Vielleicht hat man sich ja irgendwann in folgender Situation wiedergefunden: Man sitzt mit einigen Bekannten zusammen und unterhält sich gerade schön – wäre da nicht immer diese eine Person, die immer alles besser weiß und bei jedem Thema ihren Senf dazugeben muss. Es ist Zeit, dass ihr jemand erklärt, woher das Sprichwort „seinen Senf dazugeben“ überhaupt kommt, denn das weiß sie bestimmt nicht.

Heutzutage ist Senf ein übliches Gewürz, das man auf fast jedem schwäbischen Wurstteller finden kann. Aber das war natürlich nicht immer so, früher war der Senf sehr selten und teuer. Die Römer mussten ihn aus fernen Ländern importieren. Erst im Mittelalter gewann er an Bedeutung, da er sich vom arabisch beherrschten Teil der Iberischen Halbinsel aus schnell verbreitet hatte. Man muss wissen: Damals war das einzige andere scharfe Gewürz Meerrettich, Pfeffer kam erst im 13. Jahrhundert in die Küchen Europas und Chili sogar zwei Jahrhunderte später.

Papst Johannes XXII. ernannte sogar seinen Neffen zum „großen päpstlichen Senfbewahrer“. Der Senf war ein exklusives Statussymbol, weswegen viele Köche in ihren Gaststätten zu jedem Gericht Senf hinzugaben. So wussten alle, dass in dieser Gaststätte nur das Beste serviert wurde – und der Wirt konnte auch gleich seine Preise erhöhen.


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