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Nürtingen

Ohne Plan

30.05.2012 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

„Die Ansprüche und der Bedarf an Wohnraum haben sich in den letzten Jahrzehnten eklatant geändert, darauf müssen wir reagieren.“ Dieses Credo wird von Nürtingens Technischem Beigeordneten Andreas Erwerle stereotyp vorgetragen. Sei es, wenn es um private Bauvorhaben in ge- wachsenen Stadtteilen geht, sei es, wenn es um das geplante Großprojekt am Wörth-Areal geht. Das allein scheint zu genügen, um sämtliche Wünsche von Bauherren durchzuwinken. Die Botschaft: baut, was ihr wollt, wo ihr wollt, so lang, so breit und so hoch ihr wollt.

Doch das ist eine Einladung vor allem an professionelle Investoren, buchstäblich bis an die Grenzen (und vielleicht auch mal darüber hinaus) zu gehen, kommen sie doch meist von außerhalb und scheren sich wenig um das Orts- und Stadtbild. Sie sind am maximalen Profit orientiert, wie zwei Fälle in Oberensingen zeigen. In einem Fall ist sich der Investor nicht mal zu schade, die erstellten Wohnungen mit wunderbarem Blick auf blühende Gärten anzupreisen – den stilvoll und aufwendig angelegten Garten seines Widerspruch führenden Nachbarn, der nun nur etwas weniger Sonne abbekommt. In der Nachbarschaft des Jägerhauses steht nun ein Gebäude, das jeder Betrachter mit gesundem Menschenverstand als viergeschossig bezeichnet, obwohl der Bebauungsplan nur zwei Geschosse zuließ. Die Misere begann damit, dass eine Befreiung vom Bebauungsplan nach der anderen erteilt wurde. Ähnliches ist einige Straßen weiter geschehen. Ist die Türe erstmal offen, bekommt man sie kaum mehr zu.


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