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Nürtinger Asylanten

26.05.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) Heute bekommt man in Nürtingen fast alles, was man zum (Über-)Leben so braucht. Selbst der nicht ganz untätige Arme am Ort findet heute sein Auskommen mit dem Aufsammeln und der Rückgabe von Pfandflaschen. Das war nicht immer so. Im Spätmittelalter zum Beispiel musste ein Nürtinger, wenn er dringend Asyl brauchte, weil er soeben seinen Nachbarn im Streit um einen überhängenden Ast oder eine nicht vollständig gemachte Kehrwoche erschlagen hatte, schauen, dass er so schnell wie möglich Reutlinger Stadtgebiet erreichte. Denn Reutlingen war damals eine freie Reichstadt, die direkt der Rechtsprechung des kaiserlichen Reichskammergerichts unterstand und Totschlägern eine vorläufige Sicherheit vor Racheakten und grundherrlicher Selbstjustiz bot.

Seit dem Wormser Reichstag 1495 bot Reutlingen Totschlägern Asyl, die ihre Tat „in der Hitze des Zornes“ oder in Notwehr begangen hatten. Der Schutz war ein „vollkommener, sowohl hinsichtlich der Person als auch des Vermögens des Delinquenten. Und die Nürtinger nahmen das Angebot offenbar besonders fleißig in Anspruch, sind doch für die rund 250 Jahre, die das kaiserliche Privileg bestanden hatte, über 100 Ein- und Umwohner Nürtingens bezeugt, die sich dort in Sicherheit gebracht haben.


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