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Nürtingen

Niemand hätte ihm den Menschenraub zugetraut

21.01.2016, Von Barbara Gosson — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Personen aus dem Umfeld des MPG-Entführers berichteten über dessen Persönlichkeit und sein Verhältnis zu Alkohol und Frauen

NÜRTINGEN/STUTTGART. Am dritten Verhandlungstag im Prozess gegen den Mann, der am 5. Mai des Vorjahres eine Schülerin des Max-Planck-Gymnasiums mit Klebeband fesselte, wurde weiter versucht, Licht ins Dunkel der Persönlichkeit des 27-jährigen Angeklagten zu bringen. Dazu wurden ehemalige Arbeitgeber und Studienkollegen gehört.

Wirklich erhellen konnten die Zeugen nur, dass der Angeklagte offenbar wenig enge Bindungen zu Menschen einging und nur selten sein Herz öffnete, nicht einmal, wenn er betrunken war. War er es nicht, hinterließ er bei allen, die gestern aussagten, einen sehr positiven Eindruck: als höflich, hilfsbereit und belesen schilderten ihn die Zeugen. Sie wurden hauptsächlich gefragt, was ihnen beim Umgang des Angeklagten mit Alkohol auffiel, ob er aggressiv werden konnte und wie sein Verhältnis zu Frauen war.

Da waren zunächst seine letzten beiden Arbeitgeber aus dem Gastronomiebereich. Der erste, ein Hotelfachmann, war zunächst sehr angetan von dem 27-Jährigen, der dort im Service tätig war. Nie habe es Beschwerden von Kunden gegeben. So nahm er ihn nach Abbruch des Studiums in ein Ausbildungsverhältnis auf. Bei den Kollegen galt er als Quasselstrippe, aber nicht unbeliebt. Dann wurde er unzuverlässig und sein Alkoholproblem zeigte sich. Als er einmal gar nicht zur Arbeit erschien, wurde er gekündigt.


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