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Namen des Höchsten

13.03.2007 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Namen des Höchsten

Höher gehts nimmer: 8850 Meter in Richtung Himmel ragt der höchste Berg dieser Erde. Der Gipfel an der Grenze von Nepal zu Tibet genießt in der westlichen Welt als Mount Everest Berühmtheit. Aber das ist nicht allüberall so. Nomen est omen: Das gilt namentlich im Himalaja selbst. Wie die Menschen dort den Berg nennen, das drückt auch etwas von ihrer inneren Einstellung dazu aus. Zumindest in jenen Jahren, als diese Namen geprägt wurden und sich im Bewusstsein festsetzten. Sagarmatha, sagen die Nepalesen: Himmelsgöttin. Jo mo klungs ma, hört man bei den Tibetern: Mutter des Universums. Die Chinesen, die Tibet in den 50er-Jahren überfielen, den Dalai Lama vertrieben und das Land seither besetzt halten, ahmen den Klang des Tibetischen in ihrer Sprache nach: Zhumulanga Feng. Was einigermaßen erstaunlich ist, denn die Volksrepublik China gibt sich ja als Feindin jeglicher Religion. Die Europäer ließen es zunächst streng bürokratisch angehen. Der erste Name stammt aus dem Jahre 1852 und Lautet Gipfel 15. 1865 benannte ihn der Chef aller britischen Geometer nach dessen Vorgänger: der höchste Berg der Erde sollte an Sir George Everest erinnern, der sich der Vermessung der Kolonie Indien verschrieben hatte. Der heute in der westlichen Welt gebräuchliche Name ist mithin zugleich auch eine Spur der Unterdrückung des Subkontinents durch die Europäer. Eigentlich war dies nur als Provisorium gedacht. Aber selbst im Himalaja hält nichts länger als ein Provisorium. jg


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