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Nürtingen

Mensch und Natur

25.11.2009 00:00, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

(heb) „Vom März bis in den August fällt kaum Regen, es herrscht Überfluss an allen Früchten, namentlich an Wein, dergestalt, dass die leeren Fässer in höherem Wert standen als der Wein selbst.“ Der Lagebericht ist hoch erfreulich und – könnte glatt von heute sein; der Klimaerwärmung zu verdanken, oder so ähnlich. Ist er aber nicht. Vor 750 Jahren, also 1259, scheinen ziemlich ähnliche Witterungsverhältnisse geherrscht zu haben wie heute. Und sicherlich hat es auch damals nicht an Unken gefehlt, die vom kommenden Weltuntergang zu faseln gewusst haben. Damit war immer Geld zu machen und heute machen es statt der religiösen Eiferer, die allerdings auch heute noch hier und dort am Start sind, eben Hollywood und seine Bücher verlegenden Verwandten.

In Württemberg führte 1259 Ulrich I. seine zweite Frau Agnes (von Schlesien-Liegnitz) vor den Altar und überall herrschte eitel Sonnenschein. So ging’s nicht immer, nicht im Mittelalter und nicht in späteren Jahrhunderten. Das Jahr 1816 zum Beispiel ging in den damals schon als „blühende Landschaften“ (woran wohl das wieder erinnert?) geltenden Vereinigten Staaten von Amerika als das Jahr „eighteen hundred and frozen to death“ in die Annalen ein, also als „Achtzehnhundert-und-zu-Tode-gefroren“. 1816 war auch im Königreich Württemberg ein Katastrophenjahr: Unwetter, Überschwemmungen, Schneefälle bis in den Juni. Die Folge waren Missernten, von denen vor allem das Alpenvorland und Württemberg betroffen waren. Als Ursache für diese Phänomene im „Jahr ohne Sommer“ gilt ein Vulkanausbruch mit gigantischen Ausmaßen im Gebiet des heutigen Indonesiens, dessen Asche-Ausstoß weltweit den Himmel verdunkelte.


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